Tiere im Thal

Die grossflächigen Wald- und Weidegebiete, die Felsen und Gewässer des Thals sind Lebensraum für verschiedene gefährdete, seltene und attraktive Tierarten. Im Naturpark werden diese Arten und ihre Vernetzung gefördert.

Die regionstypischen Arten zeigen nur einen Ausschnitt aus der Vielfalt, die im Naturpark Thal zu finden ist.  Diese Arten haben aufgrund der noch grossen Populationsbestände im Thal und der gesamtschweizerischen Gefährdungssituation eine besondere Stellung.

Bitte tragen Sie Sorgfalt zur Natur. Verhalten Sie sich den Wildtieren gegenüber respektvoll und halten Sie genügend Abstand, um sie nicht zu bedrängen.

Zu entdecken:

Gämse / Rupicapra rupicapra

Die Gämsen lassen sich im Naturpark gut beobachten. Im Frühjahr kommen sie ins Tal, um von den saftigen Gräsern zu fressen. Danach findet man sie wieder weiter oben in den Felswänden, oft begleitet von ihren Kitzen. Vergessen Sie Ihren Feldstecher nicht!


Neuntöter / Lanius collurio

Der Neuntöter ist ein typischer Bewohner der Juraweiden. Er ist in den gut strukturierten Weiden mit ihren wilden Dornhecken zuhause und findet seine Beute – die er bevorzugt an Dornen aufspiesst – in den insektenreichen Magerwiesen.  Als Vogel des Jahres 2020 ist der Neuntöter deshalb ein guter Botschafter für die ökologische Infrastruktur.


Geburtshelferkröte (Glögglifrosch) / Alytes obstetricans

Der Glögglifrosch hat seinen Namen von den flötenden, glockenartigen Rufen, welche die Männchen von sich geben. Das Männchen des Glögglifrosches kümmert sich um die Aufzucht der Jungen. Es trägt den Laich wie einen Rucksack auf dem Rücken, bis sich die Kaulquappen entwickelt haben. Die stark bedrohte Geburtshelferkröte wird durch den Bau von Gewässern im Naturpark Thal gefördert – lesen Sie hier mehr zu unserem Glögglifrosch-Projekt


Reptilien

Ob Zauneidechse oder Schlingnatter – in den lichten Wäldern der Juraketten finden eine Vielzahl an Reptilien einen geeigneten Lebensraum. Durch die lockere Bewaldung, Steinstrukturen und gezielte Eingriffe entstehen Lebensräume für diese wärmeliebenden Arten.


Mit etwas mehr Glück sehen Sie auch:

Hermelin / Mustela erminea und Mauswiesel / Mustela nivalis

Aufgrund der passenden Lebensräume im Thal sind hier noch viele Wiesel vorhanden. Sie sind in gut strukturierten, extensiven Wiesen und Weiden mit genügend Versteckmöglichkeiten zu finden. Als Mäusejäger sind sie auch beliebte Schädlingsbekämpfer. Durch seine Lage ist der Naturpark Thal ein wichtiges Element im schweizweiten Netzwerk «Wiesellandschaft Schweiz». Lesen Sie hier mehr zu unserem Wiesel-Projekt.


Heidelerche / Lullula arborea

Neben dem Zentralwallis stellt das Thal einen Verbreitungsschwerpunkt der Heidelerche in der Schweiz dar. Diese Art ist europaweit gefährdet und gehört zu den Prioritätsarten des Programmes «Artenförderung Vögel Schweiz». Sie brütet auf ungedüngten Rindersömmerungsweiden auf den Jurahöhen, an klimatisch begünstigten Lagen mit niedriger, lückiger Vegetation. Der Naturpark Thal setzt sich durch das Förderprogramm Weide für den Erhalt der Heidelerche ein.


Auerhuhn / Tetrao urogallus

Die Vorkommen des Auerwildes reichen im Jura von Westen bis ins Thal. Diese Art meidet geschlossene Wälder und gerät daher, aufgrund der veränderten Waldbewirtschaftung, europaweit in Bedrängnis. Die Bestände im Thal sind vor allem wegen der fehlenden Populationsdynamik stark gefährdet.


Gelbringfalter / Lopinga achine

Dieser Falter ist ein Vertreter der Satyridae, welcher im Jura ausschliesslich in lichten, südexponierten Wäldern vorkommt. Die Art ist in der Schweiz stark gefährdet und wird als eine von 13 höchst prioritären Arten für den Tagfalterschutz in der Schweiz betrachtet. Die grösste bekannte Population im Kanton Solothurn befindet sich oberhalb von Laupersdorf, im Thal. Mehr zum Projekt Gelbringfalter.


Luchs / Lynx lynx

Der Luchs besiedelt das Thal bereits seit mehreren Jahren. Übergriffe der Raubkatze auf Nutztiere sind selten und der Luchs geniesst in der breiten Bevölkerung eine hohe Akzeptanz. Die Jagdvereine werden für die Präsenz bzw. für den Einfluss des Luchses im Sinne einer Pachtzinsreduktion finanziell entschädigt. Gemäss der regelmässigen Überwachung des Luchsbestandes durch das nationale Luchs-Monitoring hat sich die Luchsdichte im nördlichen Jura in den letzten Jahren stabilisiert und weist im Vergleich zu anderen Gebieten in der Schweiz (z.B. Jura Süd) eine moderate Dichte auf.


Gekerbte Jurahaarschnecke / Trichia caelata

Diese endemische Felsschnecke kommt in der Wolfsschlucht, am Dilitsch und vermutlich auch in weiteren Felsgebieten des westlichen Parkgebietes vor. Ihr Areal erstreckt sich noch etwas weiter in den benachbarten Berner Jura. Aufgrund dieses sehr eingeschränkten Gebiets hat die Region Thal einen besonders hohen Stellenwert für die Art.