Aktuell

Freiwillige für die Erforschung der Igel gesucht

Aktuelle Forschungsprojekte und Beobachtungen weisen darauf hin, dass heute weit weniger Igel in Schweizer Siedlungsgebieten leben als vor 20 Jahren. Studien aus Grossbritannien zeigen gar einen Rückgang der Igelpopulationen von über einem Drittel in den letzten zehn Jahren. Im Rahmen des Projekts Neuer Säugetieraltlas der Schweiz und Liechtensteins soll mit Hilfe der Schweizer Bevölkerung eruiert werden, wie es um die Schweizer Igelpopulationen steht.

Mit sogenannten Spurentunneln, die in Privatgärten und auf Grünflächen aufgestellt werden, möchten das Projekt Säugetieratlas sichtbar machen, wo Igel unterwegs sind. Die Tunnel sind ausgerüstet mit Papier und Farbstreifen. Geht ein Igel durch einen Spurentunnel, hinterlässt er seine Fussabdrücke auf dem Papierstreifen. Auf diese Weise kann das Vorkommen eines Igels im Gebiet nachgewiesen werden.

Gesucht werden nun Freiwillige, die während einer Woche 10 Spurentunnel in 1 km2 grossen Quadraten aufstellen und betreuen. Haben Sie Interesse, sich an der Erforschung der Igel in der Schweiz zu beteiligen?

Weitere Informationen zum Projekt und zur Lage der Untersuchungsgebiete finden Sie auf der Meldeplattform säugetieratlas.wildenachbarn.ch oder melden Sie sich bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Das Projekt „Igel gesucht“ ist ein Teilprojekt des neuen Säugetieratlas.Beutetiere, Konkurrenten sowie Nutz- und Haustiere – Säugetiere beschäftigen den Menschen schon seit Jahrtausenden. Trotzdem kennt die breite Bevölkerung nur wenige der rund 90 wildlebenden Säugetierarten. 1995 erschien der erste Atlas der Säugetiere der Schweiz. Das Nachschlagewerk ist seit langem vergriffen und in vielen Bereichen nicht mehr aktuell.

Seit damals hat sich die Verbreitung vieler Arten markant geändert. Im Bereich der genetischen Artbestimmung ist zudem ein Quantensprung passiert, welcher sich in neuen Arten und einer zuverlässigen Unterscheidung schwierig bestimmbarer Arten ausgewirkt hat.

Auf Initiative der Schweizerischen Gesellschaft für Wildtierbiologie SGW-SSBF entsteht deshalb ein neuer Säugetieratlas. Als Hauptprodukt der Atlastätigkeiten soll ein Buch in drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch entstehen, das die Lücke des alten, vergriffenen Atlas füllt. Dabei wird bei der Erarbeitung der Datengrundlage die Bevölkerung mit einbezogen (Citizen Science). Die Meldeplattform wurde in Zusammenarbeit mit dem Projekt Wilde Nachbarn aufgebaut und sammelt Säugetierbeobachtungen aus der Bevölkerung.

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