Hintergrund

Um die Biodiversität in der Schweiz ist es schlecht bestellt: Seit 1900 hat die natürliche Vielfalt deutlich abgenommen. Die Hälfte der Lebensräume und ein Drittel der 4'000 Tier- und 35'000 Pflanzenarten sind bedroht. Die Zahl der bedrohten Arten wird immer grösser und viele Pflanzen- und Tierarten sterben schleichend aus. 

Eine diverse Umwelt sieht schön aus, leistet aber auch wertvolle Dienste für den Menschen: Bienen bestäuben nicht nur Blumen, sondern auch unsere Nutzpflanzen. Nützlinge, wie der Marienkäfer, bekämpfen Schädlinge. Ein intakter Boden reinigt unser Wasser.

Der Siedlungsraum hat ein grosses ungenutztes Potential zur Förderung der Biodiversität. Unbebaute Flächen wie Gärten, Parkanlagen oder Rabatten lassen sich mit wenig Aufwand ökologisch aufwerten. So finden Tiere auf kleinem Raum vielfältige Lebensräume. Aber auch der Mensch profitiert von einer naturnahen Gestaltung des Siedlungsgebiets durch eine erhöhte Lebens- und Wohnqualität, weniger Pflegeaufwand und einer langfristigen Kosteneinsparung.

Fünf Grundsätze zur Förderung der Biodiversität im Siedlungsraum


Einheimische und standortgerechte Pflanzen

  • Einheimische Pflanzen sind pflegeleichter, widerstandsfähiger und kostengünstiger.
  • Ein passender Standort ist entscheidend für das Gedeihen einer Pflanze (Licht, Boden, Ausrichtung etc.).
  • Exotische Pflanzen bieten vielfach keinen Nutzen für Insekten, Vögel oder Kleintiere.

      Keine chemischen oder torfhaltigen
      Produkte

  • Standortgerechte und richtig gepflegte Pflanzen können sich selbst gegen Schädlinge schützen.
  • Nützlinge anstelle giftiger Chemikalien als Pflanzenschutz einsetzen (Marienkäfer, Igel, Schlupfwespen, Florfliegen etc.).
  • Ausschliesslich torffreie Pflanzenerde verwenden und dadurch bedrohte Moore und das Klima schützen.

Wachsen lassen

  • «Weniger» Eingreifen ist vielfach ein «Mehr» für die Natur.
  • Bestimmte Standorte sich selbst überlassen und ursprüngliche Natur zulassen.
  • Schnittgut z.B. als Asthaufen liegen lassen.

       Versiegelungen vermeiden

  • Versiegelte Flächen beeinträchtigen die Bodenfruchtbarkeit, bieten keine Lebensräume für Tiere und Pflanzen und verschlechtern das Mikroklima.
  • Versiegelungen des Bodens mit Beton, Asphalt oder dichten Fugen nach Möglichkeit vermeiden.
  • Befestigung von Wegen, Einfahrten und Parkplätzen mit Schotter, Kies, Natursteinpflaster oder Rasengittersteinen.

Kein unnötiges Licht

  • Künstliche Lichtquellen verwirren nachtaktive Lebewesen und halten sie von natürlichen Aktivitäten wie Jagd oder Bestäubung ab.
  • Insekten werden von künstlichem Licht angelockt und sterben vielfach durch Erschöpfung.
  • Beleuchtungsanlagen reduzieren, Dauer und Intensität minimieren und ggf. Bewegungsmelder installieren.
  • LED mit Farbtemperatur unterhalb 3000 Kelvin verwenden.